Interview mit der Autorin Roxanne Rivington, Teil 2

Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil unseres Interviews mit Roxanne Rivington, Autorin von „Voodoo Girl“.

Roxanne_Rivington

Foto: Terzo Algerí

Was steht denn unter anderem auf deiner „Das-ärgert-mich-immer“-Liste?
Politik und Politiker, die sich kranke Gesundheitssysteme und unsoziale Sozialsysteme ausdenken. Bürokratie, die über den Menschen und die Menschlichkeit gestellt wird. Intoleranz, Diskriminierung, Terrorismus, Rassismus. Menschen, die nur auf Geld und Macht aus sind, und dafür über Leichen gehen. Oder Menschen, die andere Menschen davon abhalten wollen, sie selbst zu sein, weil sie nur ihre eigene Überzeugung für die richtige halten.

Und auf deiner „Das-ärgert-mich-jetzt“-Liste?
Da ist gerade eine Fliege in meinem Cappuccino gelandet. Hier, schau mal.

Oh, tatsächlich. Dann wäre es wahrscheinlich sowieso nicht mehr sinnvoll, deinen Cappuccino einem Loa zu opfern. Sicherlich war es nicht immer einfach, deinen Roman zu verfassen. Was unternimmst du gegen Schreibblockaden?
Richtige Schreibblockaden hatte ich zum Glück nicht. Wenn ich mich festgefahren hatte und eine bestimmte Formulierung oder einen Begriff nicht finden konnte, habe ich alles zur Seite gelegt und etwas anderes gemacht. Eine Nacht drüber schlafen hat mir immer geholfen, am nächsten Morgen war der rote Faden wieder da. Das Problem war eher, dass ich das Schreiben immer wieder unterbrechen musste, weil es so unglaublich viel zu recherchieren gab. Ich konnte also nicht einfach „runterschreiben“, und da fiel es mir manchmal ziemlich schwer, mich zu bremsen.

Was dachtest du, als du dein Buch beim Piper Award eingereicht hast? Hast du damit gerechnet, bis in die Shortlist zu kommen?
Ich dachte so etwas wie „Was mache ich hier eigentlich?“ Einige der eingereichten Geschichten hatten bereits mehrere tausend Votes und die Autoren eine riesige Fanbase. Ich habe mich selbst als krassen Außenseiter eingestuft, war damals ein absoluter Frischling auf Wattpad und hätte niemals damit gerechnet, dass meine Geschichte auf der Longlist geschweige denn auf der Shortlist landet. Was das für ein Gefühl war, kann ich dir gar nicht beschreiben. Irgendwie unwirklich.

Wie war die Zusammenarbeit mit dem Verlag für dich?
Auf jeden Fall eine ganz neue Erfahrung. Zuerst habe ich mein Manuskript aufgrund einiger Vorschläge der Lektorin überarbeitet, ab Januar begann die eigentliche Lektoratsphase. Da meine Rohfassung sehr lang war, musste viel gekürzt werden. Ein großes Thema war der Cliffhanger. Wir hatten das Ziel, Zoés Identitätssuche etwas runder abzuschließen, da auch die historische Handlung abgeschlossen wirkt. Du hast ja  die erste Version auf Wattpad gelesen. Hast du bemerkt, was sich verändert hat?

Die Kürzung ist mir eigentlich gar nicht aufgefallen, weil ich so vom Buch mitgerissen war. Wie du erwähnt hast, endet das Buch in einem Cliffhanger. Also planst du eine Fortsetzung zu Voodoo Girl?
Schön, dass du nichts vermisst hast, das freut mich. Genau so sollte es sein. Ja, es wird sogar zwei Fortsetzungen geben. »Voodoo Girl« war von Anfang an als Trilogie geplant, mit einer Haupthandlung in der Gegenwart, die allerdings niemals in ein einziges Buch gepasst hätte. Dazu drei historische Rahmenhandlungen mit Charakteren, die wirklich Geschichte gemacht haben. Mit dem Haupterzählstrang und untereinander sind sie derart verwoben, dass alle zusammen Zoés Schicksal beeinflussen. Möchtest du einen kleinen Ausblick?

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Ein kleiner Ausblick klingt gut. Wie geht es weiter mit Zoé? Spielen die nächsten historischen Teile ein paar Jahre später?
Zoé lernt natürlich zaubern. Und sie lernt neue Menschen kennen. Auch ihre alten Freunde in Haiti bekommen Zuwachs, es wird neue Charaktere geben. Und das Geheimnis um Zoés Geburtsmal werde ich lüften. Die nächste historische Rahmenhandlung, dreht sich um den Piraten Don Roberto Cofresi und spielt um 1820, wenn Mokabi ein erwachsener Mann ist. Jamies Ur-ur-ur-ur-Großvater gab es wirklich, und noch heute jagen Abenteurer dem legendären Schatz hinterher. Aber zu viel will ich davon jetzt nicht verraten.

Was hat sich nach der Veröffentlichung deines Buches geändert?
Mein kompletter Alltag, fast alles dreht sich zurzeit um mein Buch. Ich hatte schon bei Wattpad sehr viel Kommunikation mit meinen Lesern und das ist nach der Veröffentlichung natürlich nicht weniger geworden. Eine Homepage und Autorenprofile bei den gängigen Internet-Plattformen mussten aufgebaut werden, es gab ein Interview mit PIPER zu »Voodoo Girl«, ein Gewinnspiel, eine Buchverlosung, eine Leserunde … da warst du ja auch dabei. Vielen Dank noch einmal für deine tolle Rezension, so etwas zu lesen motiviert unheimlich.

Kein Problem, die Leserunde hat viel Spaß gemacht, eine Rezension war dann schon für dich drin. Ich weiß ja selbst, wie motivierend Kommentare sein können. Wie bist du zu deinem Pseudonym „Roxanne Rivington“ gekommen?
Als „Roxanne“ bin ich schon seit zehn Jahren im Internet unterwegs. Ich mochte die Figur aus „Cyrano de Bergerac“ schon immer. Im Herbst 2014, als ich »Voodoo Girl« für den Wettbewerb einreichte, wimmelte es auf Wattpad nur so von Roxannes, also musste ganz schnell ein Nachname her. Ich habe ihn von Vivian Rivington entliehen, das ist eine Romanfigur der Krimi-Autorin Martha Grimes. Dem PIPER Verlag hat der Name so gut gefallen, dass ich dabei geblieben bin.

Da kann ich dem PIPER Verlag nur zustimmen, der Name hat einen guten Klang, weshalb er auch leicht im Gedächtnis bleiben kann.
Welches Genre liest du selbst am liebsten?
Ich lese furchtbar gern britisch-humorige Kriminalromane, aber vor allem lese ich gern gute Bücher. Da möchte ich mich ungern auf ein Genre festlegen. In meinem Bücherregal ist neben Krimis auch Fantasy und Historisches zu finden, auf Wattpad lese ich gerne Jugendbücher.

Was machst du, wenn du nicht gerade am Lesen oder Schreiben bist?
Ich versuche natürlich, die Welt zu retten.

Ach so, deswegen ist 2012 die Welt nicht untergegangen. Danke dafür. Aber jetzt mal ernsthaft …
Hab ich doch gern gemacht. Und ganz ernsthaft, ich versuche wirklich, die Welt ein bisschen zu verbessern, indem ich mich für Haiti und den Tierschutz engagiere. Viel Freizeit habe ich nicht, die Stapel ungelesener Bücher und ungeschriebener Bücher sind enorm hoch. Aber ich schwimme gern, höre Musik, treffe mich mit Freunden oder gehe ins Kino. Das heißt, ich würde gern einmal wieder ins Kino gehen, da war ich noch gar nicht in diesem Jahr.

Willst du deinen Lesern oder angehenden Autoren noch irgendetwas sagen?
Ja, liebend gern. An meine Leser: Ich danke euch von ganzem Herzen für so unglaublich viel Interesse und Zuspruch. Damit habt ihr mich sehr glücklich gemacht.
Angehenden Autoren kann ich nur raten, sich selbst treu zu bleiben und viel Geduld mitzubringen. Bis zum großen Durchbruch können Jahre vergehen.

Vielen Dank für das Interview, Roxanne.
Sehr gerne, es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Machen wir noch ein Foto? Hier soll es einen Buchladen geben, das wäre doch ein schönes Motiv. [siehe oben.]


Hier
kommt ihr zu Roxanne Rivingtons Website, auf der ihr euch ihr Buch »Voodoo Girl« herunterladen könnt.

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