Pradip – „Partner Eine Welt“

Das vergangene Jahr war ein Jahr der humanitären Krisen – aber auch der großen Spenden. Daher möchte ich euch heute mehr über die Organisation „Pradip – Partner Eine Welt“ erzählen, die von einer ehemaligen Lehrerin von mir gegründet wurde.

Spenden kann jeder. Doch wie sieht es hinter den Kulissen aus? Ich habe Anja Fischer einige Fragen gestellt über „Pradip“, eine Organisation, die sich insbesondere um Kinder in Kalkutta kümmert.

Die Bildungsinitiative von Pradip zeigt Wirkung: Mamta ist in einem Slum aufgewachsen und studiert nun.

Die Bildungsinitiative von Pradip zeigt Wirkung: Mamta ist in einem Slum aufgewachsen und studiert nun.

Hallo Frau Fischer,
schön, dass Sie sich die Zeit für ein kurzes Interview genommen haben. Hatten Sie schon immer den Wunsch, anderen zu helfen?

Meine Eltern hatten mir in meiner Kindheit immer vorgelebt, dass es wichtig ist, von dem, was man hat, an andere abzugeben. So bin ich in dem Bewusstsein aufgewachsen, dass ich, ohne zunächst viel dafür getan zu haben, ein sehr angenehmes, sicheres Leben führen kann und andere Menschen, vor allem aus ärmeren Ländern, nicht. Von diesem Wohlstand sehe ich mich also schon immer verpflichtet, an andere abzugeben.

War es schwer, eine eigene Organisation zu gründen? Gab es irgendwelche Probleme dabei?
Da ich die großartige Unterstützung meiner Heimatgemeinde, der evangelischen Kirche in Simbach am Inn, habe, war das eigentlich kein großes Problem. Wir arbeiten seit den Anfängen von „Pradip“ zusammen und die Kirche unterstützt uns über ihre Verwaltung.

Wie reagierten die Leute auf ihre Organisation? Gab bzw. gibt es Freunde, die Sie unterstützen?
Viele Menschen haben den Wunsch zu helfen, wissen aber bei der Fülle vor allem großer Organisationen nicht, für welche Hilfe sie sich entscheiden sollen. Daher reagierten viele aus meinem Bekannten- und Freundeskreis sehr positiv auf die Initiative von „Pradip“, weil sie wissen, dass ich persönlich nahezu jedes Jahr bei den Projekten in Kalkutta bin und dafür sorge, dass auch wirklich jeder Cent an Spenden direkt in die Projektarbeit geht. Es gibt einige gute Freunde, die mich unterstützen, auch ein paar ehemalige Schülerinnen!

Wie machen Sie auf Pradip aufmerksam?
Ich halte immer wieder Vorträge vor verschiedenen Gruppen in Schulen oder anderen Institutionen. Außerdem werden die langjährigen Spender regelmäßig mit Informationen versorgt. Sehr wichtig ist für uns aber auch, dass ab und zu die Presse einen Artikel veröffentlicht.

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Hat der Name „Pradip“ eine spezielle Bedeutung?
Pradip ist der Name eines behinderten, indischen Jungen, den ich bei meiner ersten Indienreise in einer sozialen Einrichtung kennengelernt habe. Obwohl er Waise ist, als Kind vom Betteln lebte und sehr schwer körperlich behindert ist, hat er einen unglaublichen Lebensmut und Humor. Das hat mich so beeindruckt, dass ich später die Initiative nach ihm benannt habe.

Wie lange gibt es Pradip schon? Macht es immer noch Spaß?
„Pradip“ wird heuer 20 Jahre alt. Es ist manchmal nicht ganz einfach, Familie, Beruf und „Pradip“ unter einen Hut zu bekommen, aber die vielen positiven Ergebnisse unserer Projektarbeit, die vielen Kinder und Jugendlichen, die jetzt einen Schulabschluss haben oder nicht mehr auf der Straße leben müssen oder aus der Prostitution gerettet wurden, machen immer wieder Mut und zeigen, wie wichtig die Arbeit ist.

Wie oft sind Sie in Indien?
Einmal im Jahr.

Können Sie sich vorstellen, sich irgendwann ganz in Indien niederzulassen?
Das kann ich mir eher weniger vorstellen.

Welche Möglichkeiten hat man, zu helfen?
Uns hilft am meisten, wenn Menschen auf unsere Initiative aufmerksam gemacht werden, sie von unserer Arbeit überzeugt werden und wir dadurch neue Spender gewinnen.

Welche Projekte unterstützt Pradip?
Unser Schwerpunkt liegt bei Bildungs- und Gesundheitsinitiativen vor allem für Straßen- und Waisenkinder oder Kinder von Zwangsprostituierten und der Hilfe für die Opfer von Menschenhandel wie zum Beispiel Kinderprostitution.

Pradip

2010 haben Sie die Bundesverdienstmedaille des Verdienstordens der BRD verliehen bekommen. Wie war Ihre Reaktion darauf?
Ich habe mich gefreut, vor allem weil es auch eine Anerkennung der tollen Arbeit war, die unsere Partner in Kalkutta tagtäglich leisten.

Wo nehmen Sie die Zeit her, sich zwischen Beruf und Familie noch zusätzlich um Pradip zu kümmern?
Das ist eine gute Frage! Wir haben aber ein gutes Team und verschiedene Aufgabenbereiche verteilt.

Wollen Sie noch irgendetwas anderes erwähnen?
Ja gerne, das Spendenkonto:
Ev. Pfarramt Simbach, VR-Bank Rottal-Inn; IBAN: DE34740618130003251047
Und unsere Homepage: www.pradip.de



Vielen Dank, Frau Fischer!
Wie sieht es bei dir aus, hast du schon einmal gespendet? Auch kleine Beträge helfen. Verrate uns doch im Kommentar, welche Organisation(en) du gerne unterstützt.

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