Schüleraustausch in Bella Italia

Alle Schüler, die Italienisch als Fremdsprache gewählt haben, erhalten an meiner Schule die Möglichkeit zu einem Schüleraustausch. Dieser findet mit einer Partnerschule in Giaveno und Italienern in unserem Alter, die bereits seit einigen Jahren Deutsch lernen, statt.

Portofino

Uns allen ist wohl sofort die Herzlichkeit aufgefallen, mit der wir in Italien von unseren Gastfamilien begrüßt wurden. Zugegeben kannten wir unsere Austauschpartner schon ein wenig. Wir hatten zuvor nämlich einen Zettel mit Hobbys und Handynummer abgegeben. Eine Lehrerin teilte dann jedem Deutschen einen italienischen Schüler zu, woraufhin die Italiener Kontakt mit uns aufnehmen konnten.
Montags in der Früh begaben wir uns für die knapp neunstündige Fahrt in den Bus. Nach Ankunft in dem von Bergen umgebenen Ort konnten wir erst einmal unsere Familien kennen lernen und uns vor allem ausruhen. Letzteres war im Grunde genommen auch für die ganze kommende Woche notwendig, immerhin hatten wir ein volles Programm.

Mole Antonelliana

Der nächste Tag begann mit einer Schnitzeljagd durch Aosta. Daran schloss sich eine Besichtigung der Forte di Bard samt Alpenmuseum an. Mittwochs blieben wir erst einmal in der Schule. Dabei wurden wir unterschiedlichen Klassen zugeteilt und teils mehr oder weniger in den Unterricht mit eingebunden. In meiner Klasse wurde englisch gesprochen und wir konnten uns über Ferien in Italien und in Deutschland austauschen oder bekamen andere Fragen gestellt. Nachher konnten wir Giaveno erkunden und erhielten einen Einblick in die dortige Schokoladenfabrik. Nachdem wir uns bei Schokolade und Nougat durchprobiert hatten, ging es steil bergauf. Ein bis zwei Stunden dauerte es, bis wir den Berg zur Sacra di San Michele bestiegen hatten. Dafür konnten wir uns oben bei schönstem Ausblick eine Pause gönnen, bevor wir die beeindruckende Kirche von Nahem sehen konnten.

Am Donnerstag fuhren wir nach Turin, wo wir alte römische und barocke Bauten bestaunen, Straßenmusikern lauschen und schließlich auch das Kinomuseum besichtigen konnten. Dieses ist sehr schön gestaltet und zeigt, wie fortgeschritten die Technik schon vor über hundert Jahren war. Wir durchliefen unterschiedliche Räume, von Science Fiction über Western bis hin zu Horror. Danach beschlossen wir, auch von der Mole aus den Ausblick auf Turin zu genießen. Zwar mussten wir eine ganze Weile warten, aber der gläserne Fahrstuhl sowie die Aussicht machten das ganze wieder wett. Freitags ging unsere Reise ans Meer, erst nach Camogli an den Strand, dann mit der Fähre nach Portofino und von dort aus zu Fuß weiter bis nach Santa Margeritha. Zwar war das Wasser noch etwas frisch und an diesem Tag das Wetter recht windig, aber ein paar trauten sich dennoch ins Meer.

Camogli

Das Wochenende, also die einzigen zwei Tage des Aufenthalts an denen es regnete, war für die Zeit mit der Familie bestimmt. Das hieß in meinem Fall vormittags lang schlafen, etwas lesen und nach dem Mittagessen fuhren wir abermals nach Turin. Dieses Mal, um das ägyptische Museum anzuschauen. Sonntags waren wir aufgrund des Wetters nur kurz unterwegs, dafür fand abends noch das Abschiedsfest statt. Es wurde gegessen, getanzt und gelacht bis spät in den Abend. Kein Wunder bei dieser schönen Zeit, dass wir am darauffolgenden Tag am liebsten den Busfahrer dazu angehalten hätten, wieder umzukehren. Aber unsere Austauschpartner mussten wieder in die Schule und wir wieder nach Deutschland. Dafür können wir unsere neu gewonnenen Freunde im September wieder sehen, wenn sie ihre Deutschkenntnisse hier erproben dürfen.

Turin

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